Werkstatt:München
Die Arbeiten des Münchener Juweliers Klaus Lohmeyer finden sich in einigen der bedeutendsten Boutiquen der Welt. Der ausschließlich von Hand gefertigte Schmuck aus Materialien wie Silber und Leder, zeichnet sich vor allem durch seinen eher rauen Chic und seine solide Gestalt aus. Geboren und aufgewachsen in der Bayerischen Metropole, studierte Lohmeyer zunächst Schmuckdesign und schloss dieses nach einigen Erfahrungen in der Arbeitswelt schließlich als Kunsthandwerksmeister ab – der höchstmöglichen Qualifikation, die ein Gold- und Silberschmied überhaupt erlangen kann. 1998 präsentierte er dann die erste Kollektion unter dem Namen Werkstatt:München. Wie es der Name erahnen lässt, werden alle Teile in einer Werkstatt im Herzen Münchens gefertigt, die in ihrer heutigen Form seit 2007 besteht. Neben Lohmeyers Leidenschaft dafür, Schmuck zu entwerfen, war der ausschlaggebende Punkt für die Entwicklung einer eigenen Linie, genau wie der Name, einfach aber treffend: Lohmeyer fehlte es am Markt an Herrenschmuck, der ihm gefiel. Seine Kreationen beziehen sich daher vorrangig auf die geschichtliche Bedeutung von Schmuck für den Mann als Symbol von Stärke, Reichtum und Rang und wirken damit der in unserer Gesellschaft vorherrschenden Auffassung, Schmuck sei etwas ausschließlich Weibliches entgegen. Seine Ringe, Armbänder, Ketten und Anhänger haben alle eines gemein: ein kraftvolles Äußeres, dass ihnen diese gewisse rebellische Note verleiht, für die die Werkstatt bekannt ist. Eine ausgeprägte Symbolik gepaart mit sorgfältig durchdachten Proportionen und klaren Formen machen den Schmuck von Werkstatt:München so attraktiv. Obwohl sich die Ästhetik der Kollektionen über die Jahre nach und nach verändert hat, gibt es durchaus Designelemente, die in Lohmeyers Entwürfen immer wiederkehren. Eines davon ist der Totenkopf. Der zusätzliche Einfluss der Natur entlehnter Elemente lässt sich zum einen in Stücken erkennen, in denen er Silber entweder die Form von Tieren oder aber anderer natürlicher Formen, wie Blättern, verleiht und zum anderen in der immer wiederkehrenden Verwendung des Werkstoffs Leder. Inzwischen befasst sich Lohmeyer auch mit den Grundsätzen der klassischen Symbolik der Tätowierkunst, die meist auch elementaren Formen der Natur folgt und für ihn und seine Arbeit eine fast unerschöpfliche Quelle der Inspiration bietet. Die Verbindung zwischen Mode und Schmuck ist ebenfalls eine natürliche. Dennoch ist es bemerkenswert, dass seine Marke Werkstatt:München in vielen der weltweit führenden Boutiquen und Concept Stores, wie Atelier New York und L’Eclaireur in Paris, vertreten ist. Die Zeitlosigkeit und Fähigkeit der in Lohmeyers Atelier entworfenen Stücke, den individuellen Geschmack, Stil und Charakter seines Trägers zum Ausdruck zu bringen und der Fakt, dass es am Markt lange Zeit an Schmuck mangelte, der mit seiner Qualität und seinem Design neben eher ausgefallener, avantgardistischer Konfektionsware bestehen kann, haben wohl auch zu diesem Erfolg beigetragen. Auch Designer wie Ann Demeulemeester haben sich daher schon des öfteren dazu entschieden, sich an den Münchener Kunsthandwerker und sein kleines, eingespieltes Team zu wenden, ging es darum, den Schmuck ihrer Kollektionen zu entwerfen.
